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Burnout – Entfremdung von sich selbst

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Die salonfähige Depression

Das Thema Burnout ist zwar lange nicht mehr so aktuell, wie vor einigen Jahren – in meinem Beruf begegne ich dem Phänomen jedoch nach wie vor regelmäßig. Vor vielen Jahren, als ich noch in der Werbebranche tätig war, hatte ich sogar die Möglichkeit, meine persönlichen Erfahrungen damit zu sammeln und durfte am eigenen Leib erfahren, was es heißt, emotional und körperlich erschöpft zu sein. Damals war allerdings der Name Burnout noch nicht so etabliert. Man nannte es einfach Depression bzw. Erschöpfungsdepression. Der Name Burnout hat die Depression erst etwas später salonfähig gemacht – denn eigentlich ist es nichts anderes.

Kein Platz für Befindlichkeiten

Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch erlebt anders – aber es gibt Dinge, die bei den Betroffenen, die mir begegnet sind, gleich sind. Das ist meiner Meinung nach,  weniger der Stress, der den Betroffenen zu schaffen macht, sondern es ist vielmehr das „nicht mehr in Kontakt mit sich und seinen Bedürfnissen sein“, das „sich selber fremd sein“, als Folge des zu langen „sich zusammenreißens“ und der Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse.

Im Alltag müssen wir häufig einfach funktionieren, um die beruflichen und privaten Anforderungen zu erfüllen. Da ist kein Platz für Befindlichkeiten. Bedürfnisse werden ignoriert oder verdrängt und hintenangestellt, wo sie häufig in Vergessenheit geraten. Und wenn wir uns dann endlich mal Zeit für uns nehmen, sei es im Urlaub oder an einem langen Wochenende, dann ist da anstatt der ersehnten Ruhe plötzlich nur noch Leere, die auf uns noch viel bedrohlicher wirkt, als unser stressiger Alltag. Diese Leere ist schwer zu ertragen, also versuchen wir wieder krampfhaft, sie zu füllen, oder zu überdecken. Wir haben Angst vor dem, was zum Vorschein kommen könnte. Also steigen wir lieber wieder schnell zurück in unser gewohntes Hamsterrad. Das ist wenigstens kalulierbar und wir glauben, wir müssten keine bösen Überraschungen fürchten.

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Sich mit Gefühlen auseinandersetzen könnte eine Gefahr bedeuten, weil wir nicht wissen, wohin sie führen. Sie könnten uns den Boden unter den Füßen wegreißen. Wir befürchten, dass wir die Kontrolle  verlieren könnten, und wir dann nicht mehr funktionstüchtig sind. Das passt nicht in das Bild, das wir von uns haben bzw, was wir möchten, das andere von uns haben. 

Reiß dich zusammen!

Häufig trifft es Menschen, die sehr sensibel, aber auch sehr angepasst sind. Menschen, die alles richtig machen wollen,  die einen hohen Anspruch an sich selbst haben und niemanden enttäuschen wollen.

Körper und Seele senden uns Signale. Wir wollen damit jedoch nichts zu tun haben, weil sie Hinweise dafür sein könnten, dass wir in Wahrheit gar nicht glücklich sind mit unserem Leben, mit dem Job, auf den wir hingearbeitet haben, mit der Situation, wie sie ist. Wir müssten uns eingestehen, dass wir etwas verändern müssen – und was dann?

Nur, wenn wir akzeptieren und uns eingestehen, dass wir vielleicht unzufrieden oder unglücklich sind, dass wir auf dem falschen Weg sind, oder uns dieser Weg, von dem wir dachten, er wäre der Richtige, einfach nicht gut tut, haben wir die Möglichkeit, es zu verändern. Und das „sich eingestehen“ ist häufig das schwierigste. Allerdings sollten wir uns immer bewusst darüber sein, welchen Preis wir zahlen, wenn wir entgegen unserer wahren Wünsche und Bedürfnissen handeln.

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Ohne Macht

Auch ich habe mich damals lange nicht getraut, mir einzugestehen, dass ich unglücklich bin und der Job mich nicht erfüllt. Ich dachte, es wäre  mein großer  Traum gewesen, Art Direktorin in einer Werbeagentur zu sein.  Ich hatte doch jahrelang darauf hingearbeitet. und dann hatte ich die große Chance – und es fühlte sich schrecklich an! Es kostete mich so viel Kraft, mich zusammenzureißen und zu funktionieren, dass von mir selbst kaum noch etwas übrig war. Ich selbst hatte keinen Antrieb mehr. Ich war vollkommen fremdbestimmt.

Ich fühlte mich wie eine Marionette, die nur durch andere bewegt wurde. Ich selbst hatte die Fäden nicht mehr in der Hand. Wenn ich nicht bewegt wurde, war ich vollkommen handlungsunfähig –  ohnmächtig. Es musste immer ein Impuls von aussen kommen, damit ich wieder aufstehen konnte. Meine Pflichten erfüllen, war das einzige, was noch. 

Es gibt allerdings Menschen, bei denen auch das nicht mehr funktioniert.

Dann ist nur noch Leere.

Diese Leere kann so bedrückend sein, dass sie unerträglich wird und man nur noch möchte, dass sie aufhört. Für viele Menschen ist Suizid dann der einzige Ausweg. Es ist kein Gefühl mehr für sich, oder die Dinge da. Alles ist schwer. Es ist wie in ein Sumpf, der nach unten zieht und einen festhält. Man ist vollkommen machtlos.

Natürlich ist nicht jede Depression auf Burnout zurückzuführen. Es gibt sehr unterschiedliche Auslöser und Ursachen für Depressionen In jedem Fall sollte ein Fachmann aufgesucht werden. Es gibt verschiedene Therapien und Behandlungsmöglichkeiten.

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Manchmal können wir aber auch eingreifen bevor es so weit kommt. Ich bin überzeugt davon, dass wir immer die Wahl haben. Zur Not gibt immer noch die Möglichkeit, alles anders zu machen – auch wenn das viel Mut erfordert und mit viel Angst verbunden ist.

Auch für mich gab es damals die Möglichkeit, entweder weiterzumachen, mich weiter zusammenzureißen, was bedeutet hätte, kaputt zu gehen – oder einen Cut zu machen. Ich habe mich damals für mich entschieden. Dafür bin ich mir unendlich dankbar, denn nur dadurch, dass ich das gemacht habe, was sich gut anfühlt, habe ich das gefunden, was mich wirklich erfüllt und mir voll und ganz entspricht. 

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Über die Kunst zurück zu  uns

Es gibt viele Möglichkeiten, wieder mehr zu sich zu kommen. Wir können lernen unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und diese in unserer Lebensgestaltung zu berücksichtigen. Wichtig ist, auf sein Gefühl zu horchen und dieses auch ernst zu nehmen.

Als Kunsttherapeutin nutze ich vor allem kreative und künstlerische Medien, was besonders wirkungsvoll ist, da wir über Farbe und Form einen besseren, direkteren Zugang zum Unbewusstem haben
In der Kunsttherapie können wir unsere Gefühle und unser inneres Erleben zum Ausdruck bringen und diesen Beachtung schenken.  Belastende Gedanken können nach außen gebracht werden und sind so nicht mehr Teil von uns.  Stress wird abgebaut, wir können zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen. und  wir können uns ein Bild unserer verborgenen Wünsche – oder auch unserer Beschwerden machen und uns über vieles klar werden. Beim Malen sind wir in einer art inneren Dialog mit uns selbst. Auf dem Papier können wir uns in aller Ruhe damit auseinandersetzen.

Wenn Du Fragen hast, oder mehr über meine Angebote wissen möchtest, nimm gerne Kontakt zu mir auf!

Hier erfährst du mehr über Kunst als Medium

2 Kommentare

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